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Lehrplan
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- Über diesen KursErfahre etwas über mich und diesen Kurs, bevor du ihn kaufst.3
- 2. Über PlazentaAlles rund um Plazenta und ihre Verwendung.9
- 2.12.1 Geschichte und Traditionen in der Welt9 Minutes
- 2.22.2 Warum Plazenta konsumieren?8 Minutes
- 2.32.3 Ist Plazenta ein Filter?3 Minutes
- 2.42.4 Aus welchem Gewebe besteht Plazenta3 Minutes
- 2.52.5 Wann darf eine Plazenta nicht verzehrt werden5 Minutes
- 2.62.6 Unverträglichkeit von Plazentakapseln4 Minutes
- 2.72.7 Warum Plazenta beerdigen?3 Minutes
- 2.82.8 Wie viele Kapseln ergibt eine Plazenta?2 Minutes
- 2.92.9 Studien zum Thema
- 3. VorbereitungWas man vor der Verarbeitung wissen, haben und planen muss.4
- 4. PlazentapräparateWas kann man aus Plazenta herstellen?9
- 4.14.1 Plazentakapseln nach Roh-Methode14 Minutes
- 4.24.2 Plazentakapseln nach TCM-Methode7 Minutes
- 4.34.3 Plazenta-Smoothie3 Minutes
- 4.44.4 Plazenta-Abdruck10 Minutes
- 4.54.5 Plazenta-Essenz4 Minutes
- 4.64.6 Nabelschnur-Essenz5 Minutes
- 4.74.7 Heilpflaster13 Minutes
- 4.84.8 Nabelschnur-Amulett (Beissring)4 Minutes
- 4.94.9 Traumfänger mit Nabelschnur7 Minutes
- 5. Abschluss und AnhangAbschluss und Anhang2
1.3 Rechtliche Lage um die Plazentaverwendung und den Plazentaservice
Wem gehört die Plazenta?
Makroskopisch ist die Trennung von maternalem und fetalem Gewebe der Plazenta nicht möglich, aus juristischer Sicht schon: Der maternale Teil der Plazenta gehört der Mutter und muss daher bei Wunsch von der Geburtsklinik an die Mutter herausgegeben werden. Nach der in Deutschland herrschenden juristischen Ansicht entsteht an abgetrennten Körperteilen Eigentum bei dem Menschen, von dessen Körper die Abtrennung erfolgt. Der fetale Anteil der Plazenta gehört nach diesen Grundsätzen dem Neugeborenen (wie auch die Nabelschnur), weil sie dessen Körper zuzuordnen ist. Mutter und Vater können darüber im Interesse des Kindes verfügen und daher auch die Herausgabe von der Klinik verlangen.
Quelle:
Sophia K. Johnson¹, Jana Pastuschek¹, Jürgen Rödel², Udo R. Markert¹, Tanja Groten¹
¹ Plazenta-Labor, Klinik für Geburtsmedizin, Universitätsklinikum Jena, Jena
² Institut für klinische Mikrobiologie, Universitätsklinikum Jena, Jena
„Mutterkuchen – mal versuchen? Humane maternale Plazentophagie: möglicher Nutzen und potenzielle Risiken“
Rechtliche Lage um die Plazenta
Deutschland
Die Verarbeitung von Plazenta ist in Deutschland gesetzlich nicht geregelt. Es ist weder verboten, noch ist es erlaubt. Dennoch machen es Frauen seit langer Zeit – für andere Frauen und für sich selbst. Auch manche männliche Partner wollen so ihren Partnerinnen im Wochenbett helfen.
Österreich
In Anbetracht der potentiellen Risiken sollte die Freigabe der Plazenta an die Mutter, die als Voraussetzung für die Weiterverarbeitung und Einnahme der Plazenta angesehen wird, auf internationaler, nationaler und krankenhausinterner Ebene geregelt werden. Es besteht eine gesetzliche Grauzone, sodass die Maßgabe über die Freigabe der Plazenta an die Mutter meist dem Krankenhaus obliegt. Es ist in Betracht zu ziehen, dass die Plazenta nicht an die Mutter herausgegeben werden darf, wenn sie einer histo-pathologischen Begutachtung unterzogen werden muss, da sie dann als Präparat gilt. Jene Frauen, die Plazentophagie in Betracht ziehen, müssen sich der Konsequenz dessen bewusst sein, dass eine entsprechende Begutachtung der Plazenta dann nicht mehr möglich ist.
Quelle
https://www.kup.at/kup/pdf/14087.pdf Seite 21
Die Schweiz
In der Schweiz ist die kommerzielle Produktion von Plazenta-Kapseln nicht erlaubt, da dafür eine Zulassung von Swissmedic erforderlich wäre. Eine solche wird jedoch nur erteilt, wenn „Wirksamkeit, Sicherheit und Qualität des Präparats bewiesen sind“, so Swissmedic-Mediensprecher Peter Balzli. Wer sucht, findet aber Doulas, die sich um die Plazenta-Verarbeitung kümmern.
Quelle:
https://www.wireltern.ch/artikel/rezepte-fuer-mutters-kuchen
Andere Länder
In anderen Ländern scheint dies besser geregelt zu sein. In den USA, England, Russland und Australien ist der Verzehr von Plazenta und der entsprechende Service weit verbreitet. In England zum Beispiel, das uns am nächsten liegt, gibt es über 100 Anbieterinnen, die teilweise sogar eine eigene Küche oder ein Labor dafür haben.
Was tun?
Ich kann mir vorstellen, dass das auch in Deutschland im Rahmen eines „Kochservices“ möglich wäre. Allerdings wären die Kosten für eine TÜV-geprüfte Küche nach Gastronomie-Standard enorm, was das Ganze sehr kommerzialisieren würde. Man müsste es hauptberuflich betreiben, hätte hohe laufende Kosten, müsste die gesundheitlichen Anforderungen der Gastronomie erfüllen, müsste Werbung machen und eine teure Versicherung abschließen. Eine Möglichkeit ist es, die Frau, die sich ihre eigenen Plazentaprodukte aus ihrer eigenen Plazenta wünscht, in Plazentaverarbeitung anzuleiten, damit sie sie bei sich zu Hause herstellen kann – praktisch in ihrer eigenen Mikroflora. Das könnte man in Person oder remote per Videochat oder Telefon machen.
ist eine Anmeldung notwendig?
Man muss also nach Wegen suchen, bei welcher Tätigkeit (ich sage nicht unbedingt Gewerbe) man die Plazentaverarbeitung mitunterbringen kann.
Als erstes kommt das Kochen in Frage. Kochen mit gelieferten Zutaten als reine Dienstleistung. Hier gibt es nur das Problem, dass man dafür eine extra vom TÜV abgenommene Küche usw. (s. oben) haben muss. Das ist sehr aufwendig, sehr teuer und macht die Plazentaverarbeitung sehr kommerziell. Man muss es sehr groß aufziehen, damit sich die Ausgaben überhaupt lohnen.
Mir persönlich gefällt die Variante besser, bei der diese Tätigkeit bei anderen, besser und klarer geregelten Beschäftigungen „mitfährt“: Doula-Arbeit oder Handwerk.
Grundsätzlich sind zulassungfreie Handwerke zum Beispiel diese (eine Auswahl, die zu kreativen Lösungen anregen soll):
- Fotografen
- Korbmacher
- Damen- und Herrenschneider
- Sticker
- Modisten
- Sattler und Feintäschner
- Brauer und Mälzer
- Glas- und Porzellanmaler
Die Option mit Fotografie gefällt mir am besten. Die Posten auf der Rechnung könnten dann heißen „Paket Erinnerung an die Geburt inkl. Anfertigung der Erinnerungsstücke“.
Ein Gewerbe dafür muss erst dann angemeldet werden, wenn die Tätigkeit sehr regelmäßig wird. Man kann sich erst herantasten und ausprobieren. Es gibt hier zwar Regelungen, aber nicht sehr klare – ab wann ist es regelmäßig und wieviel man dann einnehmen darf.
https://www.ionos.de/startupguide/unternehmensfuehrung/privatrechnung/
Freie Berufe sind u.a.: Designer, Künstler, Psychologen, Psychotherapeuten, Krankenpfleger, Ergotherapeuten, Betreuer.
https://www.freie-berufe-hamburg.de/freie-berufe/was-sind-freie-berufe/
Die Frage, ob eine selbstständig ausgeübte Tätigkeit ein Freier Beruf ist oder ein Gewerbe, kann in vielen Fällen nicht ohne weiteres beantwortet werden. Hinweise für die Einordnung der selbständigen Tätigkeit als Freier Beruf oder als gewerbliche Tätigkeit findest du hier: https://www.freie-berufe-hamburg.de/fuer-gruender/abgrenzung-freier-beruf-gewerbe
Kleinunternehmer (Gewerbetreibende oder Freiberufler) erheben keine Mehrwertsteuer bis zum jährlichen Umsatz von 22.000€
Berufsgenossenschaft (Unfallversicherung)
Die Berufsgenossenschaft ist die gesetzliche Unfallversicherung. Für Selbstständige und Freiberufler ist sie jedoch nur selten verpflichtend. Diese müssen zwar ihre eigenen Angestellten anmelden, sind aber selbst meistens nicht verpflichtet, Beiträge zur gesetzlichen Unfallversicherung zu zahlen.
Unternehmer, die selbst nicht mehr als 100 Arbeitstage (8 Stunden = 1 Arbeitstag) jährlich im Unternehmen arbeiten, können auf schriftlichen Antrag (formlos) von der Versicherungspflicht für die Zukunft befreit werden. Dies hat den Verlust des Versicherungsschutzes zur Folge.
Und noch etwas wichtiges
Das Thema Plazentaverwendung steckt in Deutschland noch in den Kinderschuhen. Es gibt noch viel Aufklärungsarbeit zu leisten. Aber vor allem muss sich die Eigenwahrnehmung der Frauen verändern. Solange Frauen ihren Körper ablehnen, sich dafür schämen, sich selbst nicht lieben und für sich selbst nicht sorgen können, so lange werden sie auch das Thema Plazenta und Plazentophagie ablehnen. Die Frauen haben die Verbindung zu ihrem Körper verloren, spüren seine Bedürfnisse kaum noch, stellen die Bedürfnisse anderer über die eigenen, opfern sich selbst jeden Tag.
Aber die Zeiten haben sich geändert. Es gibt mittlerweile ein sehr großes Angebot an psychologischer und mentaler Unterstützung, die diese bewusstseinsverändernde Arbeit erleichtert. Immer mehr Frauen befreien sich von alten Erwartungen an sie, von ausgedienten Denk- und Verhaltensmustern. Es entsteht immer mehr Bewusstsein für die gesunde Selbstliebe und Selbstfürsorge. Denn nur mit vollen Ressourcen kann man (vor allem als Mutter) für andere Sorgen.
Deswegen bin ich der Meinung, dass das Thema Plazentaverwendung sich langsam und organisch entwickeln soll. Man muss es nicht propagieren und man soll niemanden überzeugen und umstimmen. Die Frauen, die dafür bereit sind, finden ihren Weg zu ihrer eigenen Plazenta. Die anderen Frauen brauchen unsere Geduld und Fürsorge.
