Plazenta: gemischte Gefühle

Das Thema Plazenta-Konsum polarisiert eindeutig. Oft verstehen Frauen nicht, warum man es machen soll. Oft finden sie ihre Plazenta ekelig. Warum eigentlich?

Medizin und Geburtshilfe haben sich im Laufe der Menschheitsgeschichte sehr weit entwickelt. Menschen haben gelernt viele Krankheiten zu heilen und Leben zu retten. Aber sie haben sich auch von der Natur distanziert und haben verlernt, auf den eigenen Körper zu hören. Durch viele zusätzlichen (z. B. psychischen, sozialen, kulturellen) Störfaktoren haben viele Frauen nicht gelernt, ihren Körper und sich selbst zu lieben. Viele schämen sich für ihren Körper, Körperteile oder Körperfunktionen, vermeiden es sich im Spiegel anzusehen, schaffen es nicht sich vorteilhaft zu kleiden. Viele Frauen haben den Kontakt zum eigenen Körper verloren.

Es ist sehr verständlich, dass eine Frau ihre Plazenta ekelig finden kann. Aber es ist nicht natürlich und sollte ein Grund zum Nachdenken sein.

Es wurde ein Experiment an Mäusen durchgeführt, bei dem trächtige und nicht trächtige Weibchen (mit und ohne Erfahrung der Geburt) eine Weile zusammen gehalten wurden. Es zeigte sich, dass junge Weibchen ohne Geburtserfahrung kein Interesse an den frischgeborenen Plazentas hatten, während die erfahrenen Weibchen sich mit den frischgewordenen Müttern um die Plazentas stritten.

“Wie die meisten Säugetiere, alle Primaten, mit Ausnahme des Menschen, fressen auch die Plazenta ihrer Jungen nach der Geburt, unabhängig von ihrer üblichen Ernährungsweise. Jedoch bei in Gefangenschaft lebenden Primaten wurde festgestellt, dass, wenn die Mutter aus irgendeinem Grund die Plazenta nicht frisst, ist das ein sicheres Zeichen dafür, dass sie sich nicht um ihr Junges kümmern wird.” (Robert C. Martin, How We Do It: The Evolution and Future of Human Reproduction)

Eine Plazenta ist etwas wunderbares, magisches und kraftvolles. Sie verdient unseren Respekt und unsere Dankbarkeit. Trau dich sie auch für deine Rückbildung zu verwenden

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